Persönliches

In allen Jahren meines beruflichen Wirkens war ich immer, unmittelbar wie mittelbar, mit dem Kinderschutz verbunden. Nach dem Abitur, Ausbildung und Studium begann ich meine berufliche Tätigkeit im Allgemeinen Sozialdienst. Ich sollte in den folgenden Jahren als Bezirkssozialarbeiterin im Frankfurter Ostend unterwegs sein, im wahrsten Sinne unterwegs, denn ich besuchte viele Familien auch zu Hause, Kinder und Jugendliche in der stationären Jugendhilfe oder auch in Kindergärten, Horteinrichtungen oder Schulen. Der Stadtbezirk war damals geprägt durch viel Armut, schlechtem, aber billigen Wohnraum, viel Not und Elend, einem kinderunfreundlichen Umfeld. Das Wohl der Kinder war nicht nur in meinem Blick, es war im Blick aller professionell Tätigen vor Ort. So kooperierte ich viel mit ErzieherInnen in Kindergärten, Horts, Krippen, mit Lehrern und Lehrerinnen in den Schulen, mit Familienhelfern und sozialpädagogischen Lernhelfer und so weiter.

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In den 80igern und 90igern war die gesetzliche Lage zum Kinderschutz (den Begriff selbst gab es ja noch überhaupt nicht) eine ganz andere, so lag damals viel Verantwortung für das Kindeswohl beim Jugendamt. Von dort wurde auch das Vormundschaftsgericht angerufen, wenn die weitere Entwicklung eines Kinders derart Sorgen bereitete, da es eine psychische oder physische Schädigung zu befürchten gab. Ich erinnere mich nach über 40 Jahren noch an einzelne Kinder, für die ich bei Gericht Anträge auf ersatzweise Zustimmung zu Hilfen zur Erziehung, Sorgerechtsentzug oder sogar Herausnahme aus der Familie stellen musste. Die Lebensgeschichten der Kinder, ihre Gesichter und Tränen kann man nicht vergessen.

Als Supervisorin bin nun seit über 30 Jahren mittelbar mit dem Thema verbunden, ich berate, unterstütze und begleitet professionell tätige Menschen aus dem sozialen Feld oder der Jugendhilfe. Meine Erfahrung aus den Jahren zuvor kam dabei allen, auch mir selbst, zu Gute.

Ich hatte mir immer vorgenommen, mich wieder mehr im unmittelbaren Kinderschutz zu engagieren. Erst der Lockdown in der Coronakrise hat Zeit und Ruhe dafür gegeben, mich weiter zu qualifizieren. Im März 2020, als plötzlich scheinbar nichts mehr ging, habe ich mit meiner Zusatzausbildung zur Insoweit erfahrenen Fachkraft für Kinderschutz beim LüttringHaus Institut in Essen begonnen. Ich bin sehr glücklich über diesen Schritt.