Elterntraining ADS
Menschen mit ADS sind oftmals sehr kreativ und spontan, haben Humor und sind nicht nachtragend und. Vor allem, wenn sie Gefallen an einer Sache oder einem Menschen gefunden haben, dann sind sie 1000% bei der Sache. Eltern von Kindern, die ADS haben, sind, wie wissenschaftliche Untersuchungen deutlich zeigen, um ein mehrfaches belasteter als Eltern andere Kinder.
Wie kann das sein?
Wie passt das zusammen?
Aufgrund einer besonderen Art der Reizverarbeitung und einer höheren Anstrengungsnotwendigkeit, um sich konzentrieren zu können – vor allem bei ungeliebten Dingen – brauchen Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mit ADS besondere Strukturen und Fördermöglichkeiten, um ihr persönliches Potenzial tatsächlich nutzen zu können.
Eltern können ihren Kindern, seien sie Vorschul- oder Grundschulkinder oder auch Jugendliche, ihre Schwierigkeiten im Alltag nicht abnehmen. Aber sie können sie begleiten, leiten und coachen und Entwicklungen somit fördern.
Im ADS-Elterntraining gibt es hierfür wichtige Hintergrundinformationen, erprobte Anregungen und Austauschmöglichkeiten von Eltern untereinander. Denn mit der gezielten Förderung kann Schritt für Schritt der Weg in die richtige Richtung genommen werden und Familien können sich wieder entspannen.
Elternmeinungen:
Tochter, 4 & Sohn, 8
Wir haben das Elterntraining bei Frau Blecher im Oktober 2010 besucht. Durch viel Lektüre und in Anspruch genommene Elternberatung waren wir schon gut informiert. Das Elterntraining hat alles Vorherige quasi sortiert und zusammengefasst! Das war für uns sehr hilfreich und strukturierend. Nach dem Elterntraining haben wir die Tipps und Tricks gleich umgesetzt und halten bis heute daran fest! Unsere Familiensituation hat sich durchweg entspannt und unser Kind ist inzwischen auch in der Schule sehr angesehen. Mit all den Tiefen, die es natürlich immer noch gibt - mit denen wir jetzt aber, dank der tollen Erklärungen von Frau Blecher, viel besser umgehen können.
Es hat auch gut getan zu sehen, dass es viele andere Familien mit ähnlichen Herausforderungen gibt.
Sohn, 10 & Tochter, 15
Wir besuchten vor ein paar Wochen den Workshop zu ADS bei Frau S. Blecher.
Obwohl wir wissen, dass unsere Tochter (Diagnose erst mit 15 Jahren) und wahrscheinlich auch unser Sohn ADS haben, ist es mir im täglichen Umgang mit meinen Kindern nicht immer präsent.
Durch die Informationen, die wir dort bekamen, fällt es mir leichter, die alltäglichen Konflikte und Probleme angemessen zu bewerten. Zum souveränen Umgang mit den Auffälligkeiten unserer Kinder ist es noch ein weiter Weg, aber es ist der Anfang.
Wir hatten zwar zuvor schon einiges gelesen, doch die Begegnung mit Fachkräften und mit anderen betroffenen Eltern war eine sehr hilfreiche Ergänzung.
Mit dem "Punktesystem", das wir dort kennen gelernt haben, haben wir inzwischen gute Ergebnisse erzielt.
Es war für mich erleichternd, von anderen Eltern zu hören, wie sie mit ihren ADS-Kindern umgehen, dass ich nicht die Einzige bin, die manchmal mit ihrem Latein am Ende ist.
Sohn, 5
Die Veranstaltung wurde aufgrund der Gruppengröße von zwei Trainern, Frau Blecher und Frau Meurer, durchgeführt, was ich als gut empfand. Einmal wegen der Möglichkeit, die Gruppe v.a. nach Alter der Kinder zu unterteilen, als auch aus einem größeren Erfahrungsschatz schöpfen zu können. Die Referentinnen waren sehr kompetent, beide sind Mütter von ADS-Kindern und haben sowohl aus persönlicher Betroffenheit als auch durch mehrere Weiterbildungen in diesem Bereich ein fundiertes Wissen angesammelt.
Die Themen umfassten neurobiologisches Backgroundwissen, Erziehung und Motivation, Hausaufgabenmanagement und Medikation sowie eine sehr ausführliche Vorstellung von ADS-Büchern. Außerdem war der Punkt Stressmanagement für ADS-Eltern auf der Agenda, der leider aus Zeitgründen nicht mehr abgedeckt wurde. Das ist auch mein Hauptkritikpunkt: Am zweiten Samstag wurde zweimal für 30 Minuten in Kleingruppen gearbeitet, leider mit wenig Anleitung oder Moderation, was dazu führte, dass jeder von seiner speziellen Situation zuhause berichtete, man im Thema aber nicht wirklich weiter kam. Diese Zeit hätte ich lieber dem Stressmanagement gewidmet.
Insgesamt haben mir die beiden Tage sehr gut gefallen, sehr kurzweilig durch den Wechsel von Gruppenübungen, Zeit für Fragen, mit kurzen Filmen, Vorträgen der Referentinnen und Arbeiten in Kleingruppen. Für mich als Mutter eines 5-jährigen mit relativ wenig ADS-Erfahrung waren sowohl das theoretische Wissen als auch der Austausch mit Eltern von älteren ADS-Kindern sehr interessant und fruchtbar. Für ADS erfahrene Eltern dient so ein Training wohl eher dem Austausch mit anderen Betroffenen und dem Gefühl, mit seiner ADS-Problematik nicht alleine zu sein.